Kanadisches Wildpferd oder Mustang
2. Was sind die Unterschiede zwischen den nordamerikanischen Wildpferden?
Die Wildpferde Nordamerikas
Wildpferde, oder sogenannte Mustangs, sind keine eigene Pferderasse. Sie sind robuste, frei lebende Pferde, die in unterschiedlichen Regionen Nordamerikas vorkommen. Etwa 5.000 von ihnen leben in den rauen Landschaften von British Columbia und Alberta in Kanada.
Im Gegensatz zu vielen Wildpferdeherden in den USA leben die kanadischen Wildpferde in einem natürlichen Ökosystem mit Wölfen, Pumas und anderen Beutegreifern. Durch dieses natürliche Gleichgewicht regulieren sich die Bestände weitgehend selbst, sodass deutlich weniger staatliche Eingriffe notwendig sind.
Kanada steuert seine Wildpferdepopulation auf drei Arten: Zunächst werden die Herden regelmäßig aus der Luft erfasst, um ihre Größe und den Zustand ihres Lebensraums zu überwachen. Überschüssige Pferde können eingefangen und zur Adoption oder auf öffentlichen Auktionen vermittelt werden; Hengste werden dabei kastriert, um eine weitere Vermehrung zu verhindern. Zusätzlich setzen freiwillige Organisationen zeitlich begrenzte Fruchtbarkeitsimpfungen bei Wildstuten ein, um das Herdenwachstum auf natürliche Weise zu regulieren.
Die Überpopulation in den USA
In den Vereinigten Staaten stellt die wachsende Population von Wildpferden und Burros auf öffentlichen Flächen eine große Herausforderung für das Herden- und Landmanagement dar. Nach Angaben des Bureau of Land Management (BLM) lebten im März 2026 schätzungsweise 85.466 Wildpferde und Burros auf den vom BLM verwalteten Flächen im Westen der USA.
Das BLM betreut 175 sogenannte Herd Management Areas (HMAs) in zehn westlichen Bundesstaaten. Der festgelegte maximale Appropriate Management Level (AML) liegt derzeit bei 25.592 Tieren, der Bestand liegt damit bei mehr als dem Dreifachen dieses Wertes.
Um die Gesundheit der Herden und ihrer Lebensräume langfristig zu erhalten, setzt das BLM verschiedene Managementmaßnahmen ein. Dazu gehören unter anderem Geburtenkontrolle sowie das Einfangen und Entfernen überschüssiger Tiere. Die aufgenommenen Pferde und Burros werden anschließend versorgt und können unter anderem über Adoptionsprogramme in private Hände vermittelt werden.
Ein Erbe des Überlebens
"Einst war es ihr Blut, das die Schiffe der Entdecker über den Ozean trug. Garranos, Sorraias, Lusitanos – iberische Pferde, deren Blutlinien sich in der Neuen Welt mit anderen vermischten und zu dem wurden, was wir heute Mustangs oder die Wildpferde Kanadas nennen: stark, aufmerksam und frei.“
Die Wildpferde Kanadas sind ein lebendiges Symbol für die Geschichte der Frontier und der Rocky Mountains. Die amerikanischen Mustangs wiederum sind untrennbar mit der Cowboy-Kultur und dem Mythos des Wilden Westens verbunden.
Beide gehen jedoch auf dieselben domestizierten Pferde zurück, die vor mehreren Jahrhunderten von europäischen Siedlern nach Nordamerika gebracht wurden, mit einem starken genetischen Einfluss iberischer Pferde.
Was diese Wildpferde so besonders macht? Ganz einfach: natürliche Selektion.
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