Mustang Fakten | Herkunft, Wildnis & natürliche Selektion echter Mustangs

MUSTANG FAKTEN
Was du wissen solltest

Was einen echten Mustang ausmacht – 
Herkunft, Wildnis und natürliche Selektion

mus‧tang /ˈmʌstæŋ/ Substantiv [zählbar]
ein kleines Wildpferd in Nordamerika
Herkunft: Mustang (1800–1900) aus dem mexikanischen Spanisch mestengo, von spanisch mesteño(„herrenlos“), aus dem Lateinischen mixtus („gemischt“)

 

Die Wildpferde Nordamerikas
Wildpferde, die sogenannten Mustangs, sind keine einzelne Rasse. Einfach ausgedrückt sind sie extrem widerstandsfähige Wildpferde, die überall in Nordamerika leben. Rund 5.000 von ihnen streifen durch die rauen Landschaften von British Columbia und Alberta. Im Gegensatz zu vielen Wildpferden in den USA, die kaum natürliche Feinde haben, leben die kanadischen Herden in einer rauen Umgebung Seite an Seite mit Raubtierpopulationen. Durch dieses natürliche Gleichgewicht ist hier nicht das gleiche Maß an intensiver staatlicher Regulierung nötig.

Kanada steuert seine Wildpferdpopulationen im Wesentlichen über drei Wege. Erstens führt die Regierung Zählungen per Hubschrauber durch, um sicherzustellen, dass die Herden ihre lokalen Ökosysteme und das Futterangebot nicht überlasten. Zweitens werden überschüssige Pferde schonend eingefangen und zur Adoption oder auf öffentlichen Auktionen angeboten, wobei Hengste gelegt werden, um eine weitere Vermehrung zu verhindern. Drittens nutzen lokale Freiwilligengruppen spezielle Pfeilgewehre, um Wildstuten temporäre Verhütungs-Impfstoffe zu verabreichen – so wird das Herdenwachstum ganz natürlich reguliert.

 

Die Überpopulationskrise in den Vereinigten Staaten
Im Gegensatz dazu stehen die USA vor einer riesigen Herausforderung durch die Überpopulation von Wildpferden. Derzeit leben mehr als 85.000 Wildpferde und Wildesel (Burros) auf öffentlichem Land. Das Bureau of Land Management (BLM) und der United States Forest Service verwalten 179 ausgewiesene Schutzgebiete (Herd Management Areas, kurz HMAs) in mehreren westlichen Bundesstaaten. Das verfügbare öffentliche Land bietet jedoch nur genug Futter und Wasser für etwa 27.000 Tiere - das ist die offizielle Obergrenze (Appropriate Management Level, AML), die vom BLM festgelegt wurde.

Weil die tatsächliche Population dieses Limit massiv überschreitet, werden jedes Jahr Tausende von Wildpferden und Burros zusammengetrieben und in speziellen Auffangstationen untergebracht. Mit diesen Treibjagden versucht das BLM, eine extreme Überpopulation zu verhindern, die sonst zu katastrophalem Futtermangel, Umweltschäden und einer hohen Sterblichkeitsrate innerhalb der Herden führen würde.

 

Ein Erbe des Überlebens
„Einst war es ihr Blut, das die Schiffe der Entdecker über den Ozean trug. Garranos, Sorraias, Lusitanos – iberische Pferde, deren Blutlinien sich in der Neuen Welt mit anderen vermischten und zu dem wurden, was wir heute Mustangs oder die Wildpferde Kanadas nennen. Stark. Wachsam. Frei.“

Die Wildpferde Kanadas sind stolze Symbole des Pionier- und Bergland-Erbes des Landes, während amerikanische Mustangs tief mit der Cowboy-Kultur und dem Mythos des Wilden Westens verwoben sind. Dennoch stammen beide von genau den gleichen Hauspferden ab, die vor Jahrhunderten nach Nordamerika gebracht wurden und stark in spanischen Blutlinien verwurzelt sind.


Was macht diese Wildpferde so besonders? Ganz einfach: die natürliche Selektion.

 

Geprägt von der Wildnis
In freier Wildbahn wird die Zusammenstellung der Pferde nicht durch menschliche Stutbücher bestimmt, sondern durch Hengste, die erbittert um ihre Herden kämpfen. Raue Lebensbedingungen merzen Schwächen gnadenlos aus. Nur die stärksten Individuen – Tiere mit starken Beinen, extremer Ausdauer und robuster Gesundheit – überleben, um ihre Gene weiterzugeben.

Auf den ersten Blick mögen Wildpferde unscheinbar wirken, aber in Wahrheit gehören sie zu den besten Pferden der Welt. Die Wildnis ließ ihnen keine andere Wahl. Aus dieser unbarmherzigen Umgebung sind Pferde hervorgegangen, die über eine bemerkenswerte Intelligenz, Ausdauer, Widerstandskraft und einen messerscharfen Instinkt verfügen.

Wildpferde werden auf einzigartige Weise durch intakte Herdenstrukturen und funktionierende soziale Hierarchien geprägt. Ihre außergewöhnliche Intelligenz entwickelt sich, weil ihre Sinne vom ersten Lebenstag an gefordert sind – sie müssen ständig lebenswichtige Entscheidungen treffen, um zu überleben. Ihre körperliche Ausdauer bauen sie durch die tägliche, kontinuierliche Bewegung und die Futtersuche auf, oft über viele Kilometer in schwierigem, unbarmherzigem Gelände. In dem Moment, in dem ein Pferd in Gefangenschaft gezüchtet und aufgezogen wird, wird dieser brutale, aber geniale Prozess der natürlichen Selektion unterbrochen.

 

Pferde, die ihr drittes Lebensjahr in der Wildnis erfolgreich erreichen, sind nicht einfach nur zäh – sie sind echte Überlebenskünstler. Wenn du ein Wildpferd aus Nordamerika zu dir holst, das mehrere Jahre in Freiheit gelebt hat, kannst du dir absolut sicher sein, dass du einen außergewöhnlich gesunden, trittsicheren und sozial kompetenten Partner bekommst. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie automatisch auf ein Leben mit dem Menschen vorbereitet sind.

 

 

Logo

Gezeichnet von den Narben der Freiheit – und doch voller Anmut und Schönheit.

Nicht nur lebendige Zeugen der Geschichte – sondern auch Träger des Wissens unzähliger Erfahrungen früherer Generationen.

Sie vereinen die Weisheit der Vergangenheit mit der Kraft der Gegenwart.

 

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